Geschichte (nicht nur) einer Familie
77jahre

Einträge von Walter Galka

Di 07.03.1933: Reisepass von Walter Galka

7. März 2010   Noch keine Kommentare

So 26.02.1933, Brief von Walter an Anneliese: “mit Gewalt läßt sich halt auch nicht alles erreichen”

Bochum, den 26. 2. 33.

Mein liebes Baby!

Auch ich habe recht lange auf Deinen Brief warten müssen. Am Dienstag abend erhielt ich ihn. Mutter war auch schon unruhig, und wir dachten schon, daß Du krank seist. Ich wollte Dir gleich antworten, aber ich komme leider erst jetzt dazu. Ich habe wirklich so reichlich zu tun. Fritz Schlicker und ich arbeiten jetzt auch wieder für Mineralogie zusammen, seit Montag. Wenn auch die Fortschritte nicht gerade groß sind, so geht es aber doch voran. Fritz, der arme Junge, hat mitten im Semester aufhören müssen, da er kein Geld mehr hat.

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26. Februar 2010   2 Kommentare

So 12.02.1933, Brief von Walter an Anneliese: “ich möchte so gern voran”

Schwelm, den 12. 2. 33.

Mein geliebtes gutes Kind!

Wie Du siehst, bin ich hier in Schwelm bei Deinen lieben Eltern. Es ist mir doch immer eine Erleichterung und eine Freude, wenn ich mich hier in den Räumen bewege, die Dir so vertraut sind und mich mit Deinen Eltern unterhalten kann, die ihr Kind doch so schrecklich lieb haben. Wenn Du auch nicht hier bist, so bist Du doch der Mittelpunkt, und ich freue mich so darüber. Für Deine hübschen Geschenke und Deine lieben Zeilen danke ich Dir with all my heart. Wie sehr ich mich über alles gefreut habe, kann ich garnicht ausdrücken.

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12. Februar 2010   Noch keine Kommentare

Mi 08.02.1933, Bewerbung von Walter bei der Stadt Liebenwerda, mit Lebenslauf: “Im Juni 1923 mußte ich Bochum wegen der Unruhen durch die Franzosen verlassen”

Eingangsstempel: “Stadt Bad Liebenwerda (Eisenmoorbad) 11. Feb. 1933″
An den Magistrat
Bad Liebenwerda.

Bochum, den 8. 2. 33.

Bewerbung des Studienassessors Walter Galka um die Mittelschullehrerstelle an der Gehobenen Abteilung der Volksschule zu Bad Liebenwerda.

Ich beziehe mich auf Ihre Anzeige in der Pädagogischen Schwartzschen Vakanzen-Zeitung und gestatte mir, mich um die Stelle zu bewerben.

Wie aus meinen Zeugnissen hervorgeht, habe ich Mathematik, Naturwissenschaften, Philosophie und Leibesübungen studiert. Gegenwärtig bin ich am hiesigen Reformrealgymnasium unentgeltlich beschäftigt und leite außerdem ein Silentium von 30 Schülern (Sexta bis Untersekunda), in dem mir in der Hauptsache die Beaufsichtigung der Schularbeiten in Französisch, Englisch und Mathematik obliegt.

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8. Februar 2010   Noch keine Kommentare

So 29.01.1933, Brief von Walter an Anneliese: “In Deutschland ist es ziemlich kalt”

Bochum, den 29. 1. 33.

Mein liebes Baby!

Deinen lieben Brief habe ich gestern mit recht herzlichem Dank empfangen und möchte Dir heute auch gleich antworten. Es tut mir wirklich leid, daß Du Dir den Finger geklemmt hast. Hoffentlich tut es nicht mehr so weh und wird bald wieder besser. Ist der Finger denn sehr dick? Schreib mal, wenn es geht, etwas darüber. Daß Du eine Nacht in London bleiben willst, beglückt mich geradezu.

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29. Januar 2010   1 Kommentar

Fr 20.01.1933, Brief von Walter an Anneliese: “ich kann sehr hart gegen mich selbst sein”

Bochum, den 20. 1. 33.

Mein liebes Kind!

Heute morgen erhielt ich Deinen lieben Brief, auf den ich schon sehr gewartet habe. Es ist jetzt schon ½ 1 Uhr, und alle anderen sind schon zu Bett gegangen. Aber wenn ich jetzt nicht schreibe, so komme ich vielleicht erst am Montag dazu, und solange möchte ich mein Baby doch nicht warten lassen. Denn Du bist ja doch etwas unruhig über den Inhalt meines letzten Briefes.

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21. Januar 2010   1 Kommentar