Do 03.02.1938, Brief von Annelieses Eltern an Walter: “ Ich verspreche mir von einem kurzen Aufenthalt in Ostpreußen nicht viel“

eingestellt von am 7. Februar 2015 |

30 Anlagen.
Bln-Charlottenburg 5, den 3. Februar 1938.
Rönne Str 10 II r

Lieber Walter,
den 1. Tag meines unfreiwilligen Heimaturlaubs – ich habe mir ein etwas schmerzhaftes, hoffentlich vorübergehendes Fußleiden zugezogen, muß viel liegen und den linken Fuß hochlegen, bin auf 10-14 Tage dienstunfähig – will ich gleich benutzen, um die für den Ahnenpaß notwendigen Urkunden rauszugeben und dir zu übersenden. Das Verzeichnis ist vollständig bis 1800. Sterbeurkunden liegen allerdings nicht vor – die mußt du wohl bei Hans anfragen, sofern sie wirklich notwendig sein sollten.

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Fr 28.01.1938, Brief von Lolly an Anneliese: “Die Stadthalle kommt hin, wo der Reichstag fort kommt“

eingestellt von am 28. Januar 2015 |

Charlb.g, d. 28.1.38.

Ihr lieben Beide,
heute danke ich Euch beiden herzlich für die lieben Geburtstagsbriefe, die mich so sehr erfreuten. Früh am Ehrentage kamen Euer und das Frankfurter Päckchen und viele Briefe und Karten. Hernach kam Frau Zimmermann mit einer rosa Hyacinthe (ist das richtig geschrieben?), und am Nachmittage brachte Frau Domin ein wundervolles, dunkelrotes Alpenveilchen. Frau D. war mein einziger Kaffeegast. Frau Z. konnte nicht, Hilde liegt am Hexenschuß im Bette. Euer schönes Briefpapier wird schon gebraucht werden und der Küchenlöffel verspricht ja so viel, daß ich ihn gewiß viel benutzen werde. Habt vielen Dank. Aus Frankfurt kamen auch so liebe Briefe. Ingelein hat seit Sonntag den 1. Zahn! Novellen von Schäfer, Pralinen und 4 bunte Serviettenringe für Gäste begleiteten die Briefe und dies alles schmückte den Geburtstagstisch. Ein Geschenk von Vater kaufe ich erst am Montag im Inventurverkauf, nämlich eine größere Umhängetasche für Italien. Mein Kaffee und der selbstgebackene Kuchen waren extra, lieber Walter, du hättest Freude daran gehabt!

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Sa 22.01.1938, Brief von Lolly an Anneliese: “Fleisch und Fisch ist reichlich da, aber keine Zwiebeln“

eingestellt von am 22. Januar 2015 |

Samstag morgen, d. 22. Janr. 38.

Meine liebe Anneliese,

nun will ich dir erst einen langen Brief schreiben und dir für vorige Woche viel erzählen. Also Besuch bekommt Ihr, wie schön. Du kämst auch zu meinem Geburtstage, wenn wir so in der Nähe wohnten, nicht wahr? Ich freue mich immer, daß ihr Abwechslung habt. Walter hat wohl seine Schule, aber Ihr gebraucht doch beide mal andere Menschen und andere Rederei. Wir bereiten uns jetzt langsam auf die große Freizeit vor, wir führen dabei auch oft unser Opernglas aus! Am 23. Febr. spielt Professor Winfried Wolf in der Philharmonie und dazu habe ich gestern 2 (Kraft durch Freude) Karten geholt, für Vater und irgendwen. Kannst mit, wenn du kommen möchtest! Nächstens gehen wir in die Charlottenburger Oper, sowie uns ein Stück gefällt. Am liebsten sind wir aber immer noch draußen. Hoffentlich regnet es morgen mal nicht, das wäre allerdings eine Seltenheit. Bei schlechtem Wetter sind wir im Museum, also wir bilden uns!

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Fr 07.01.1938, Brief von Lolly an Anneliese: “Mir ist es lieb, daß wir ein gutes Gewissen haben und dafür etwas weniger Geld“

eingestellt von am 7. Januar 2015 |

Charlbg., d. 7. Janr. 38.

Meine liebe Anneliese,

das war ein lieber langer Brief, dir und Walter vielen Dank. Ich dachte du liefest alle Tage Ski und nun hast du dich so plagen müssen. Hier ist unheimlich viel Schnee. Ich war oft von 2-4 zum Charlbg. Schloßgarten, dort lag der Schnee wohl 30-40 cm hoch, aber alle Wege waren gebahnt. Es ist dort so wundervoll ruhig und märchenhaft verschneit. Am Sonntag und auch Neujahr waren wir im Grunewald, vorn konnte man vor Skiläufern nicht gehen und selbst in Nikolassee sah man noch viele. Neujahr sind wir von Grunewald bis Schildhorn gelaufen, haben dort in dem kleinen Restaurant erst auf freie Stühle warten müssen. Erbsensuppe war ausverkauft, aber Bockwurst und Salat schmeckte auch gut. Am Sonntag fuhren wir bis Nikolassee und liefen bis Grunewald. Um ½ 7 kamen dann Zimmermanns zum Rest Heringssalat mit nachfolgendem Skat. Der Grunewald war besonders schön zwischen Nikolassee und der Saubucht. Sylvester waren wir im Schneetreiben zur Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche, hinterher den Kurfürstendamm runter nach Hause, aßen Heringssalat, hörten Radio, spielten Karten und schon war es 12 Uhr. Grünows konnten nicht u. Herr Zimmermann hatte strammen Dienst auf 3 großen Ämtern. Wenn Vater fertig ist, möchte Herr Z. Vaters Stelle haben, da er seine Arbeit in dem Alter kaum noch leisten kann.

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Fr 31.12.1937, Postkarte von Annelieses Eltern an Anneliese und Walter: ”Wir grüßen Euch herzlichst zur Jahreswende“

eingestellt von am 31. Dezember 2014 |

Poststempel: Berlin-Charlottenburg 2 31.12.37, 14-15
371231m800
Berlin. Reichspräsidial-Kanzlei
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Mo 27.12.1937, Brief von Annelieses Eltern an Anneliese: ”So hilft einer dem anderen und das nennt man Volksgemeinschaft“

eingestellt von am 27. Dezember 2014 |

Charl.bg., d. 27. Dzbr. 37

Lieber Walter und Anneliese,

nun ist das sehr schöne Christfest vorüber, es hat uns schöne Stunden und viele Freude gebracht. Eine besondere Freude empfanden wir beim Auspacken Eurer reichlichen Gaben, die mit so viel Liebe ausgewählt und eingepackt waren. Das Paket kam zwar erst am 1. Festnachmittag um ½ 3 an, wir wollten uns gerade umziehen, um nach Klein Machnow zu fahren. Wir waren aber nicht enttäuscht am Christabend, denn als wir in Annel. Brief lasen, daß am Dienstag die Post abgegangen war, wußten wir, daß nur ein glücklicher Zufall uns das Paket schon am Christabend bringen könnte. Bei Umladung, wie es hierbei der Fall ist, muß ja alles zurückbleiben, was nicht in den Wagen geht, und somit muß man ruhig die doppelte Zeit rechnen. Nun habt aber recht herzlichen Dank, auch für alle Briefe. Besonders danken wir dir, lieber Walter, für deinen langen lieben Brief. Wir sind immer glücklich, wenn unsere Kinder zufrieden schreiben, unsere Kinder sind ja nun mal unsere Hauptsorge und Hauptfreude und wir erleben natürlich auch in der Ferne mit alles, was bei Euch und in Frankfurt Gutes und Böses passiert.

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