So 20.03.1938, Brief von Walter an den Assessorenbetreuer: „Für Ihre Bemühungen sage ich Ihnen im voraus meinen verbindlichsten Dank“

eingestellt von am 20. März 2015 |

Iserlohn, den 20. März 1938.

Sehr geehrter Herr Studienrat!

In einer eiligen Angelegenheit wende ich mich an Sie, den Betreuer der Assessoren, und zwar im Einvernehmen mit meinem Direktor unmittelbar, um den langen Dienstweg zu vermeiden.

1.) Wahrscheinlich werde ich in diesen Tagen in Altena zum Studienrat gewählt, würde aber lieber Studienrat in Iserlohn werden. Die Stadt will mich aber nicht wählen, weil der Bürgermeister glaubt, die Stadt spare, wenn sie Oberschullehrer (Assessoren) anstelle oder ständig Assessoren beschäftige. Es handelt sich hauptsächlich um Turnunterricht. Hier müssen 60 Turnstunden gegeben werden. Da die Stadt keinen Assessor für eine Oberschullehrerstelle finden kann, müsste sie dauernd 2 Turnassessoren beschäftigen. An der Anstalt kommen Ostern auf 14 Festangestellte 4 Assessoren, vom 1. Oktober an auf 15 Festangestellte 5 Assessoren. Besteht die Möglichkeit, dass von seiten des Herrn Oberpräsidenten auf die Stadt ein Druck ausgeübt wird, einen Studienrat anzustellen oder ihr wenigstens bedeutet würde, dass ihr gegebenenfalls durch Überweisung von alten Assessoren grössere Kosten erwachsen können als durch Anstellung eines jungen Assessors?

2.) Ich stehe in Altena zur Wahl, bitte aber für den Fall, dass diese Wahl nicht bis zum Beginn des neuen Schuljahres getätigt ist, mich in Iserlohn zu belassen, da ich verheiratet bin.

Für Ihre Bemühungen sage ich Ihnen im voraus meinen verbindlichsten Dank.

Heil Hitler!

Studienassessor.
Oberschule für Jungen Iserlohn.

veröffentlicht am 20. März 2015 um 7.38 Uhr
in Kategorie: Walter Galka

Keine Kommentare »

Leave a comment