Geschichte (nicht nur) einer Familie
77jahre

Do 13.07.1933, Brief von Walter an Anneliese: “Arbeite nicht zu viel für die Prüfung, denn Du bestehst sie auch so”

Bochum, den 13. Juli 33.

Mein liebes Kind!

Gegenwärtig sitze ich in der Obersekunda und führe die Aufsicht beim deutschen Aufsatz. Da die Mädchen hübsch ruhig sind, habe ich keine Ursache, so genau aufzupassen und will die Gelegenheit benutzen, Dir zu schreiben. Diese Woche geht es wieder so etwas durcheinander. Die Schreiberei, um die Daten für den Fragebogen zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums zusammen zu kriegen, Vertretungsstunden, Physikhefte korrigieren usw. Wenn Baby kommt, ist die Woche herum, daher der Name “weekend” und Walter is quite happy to see Anneliesa on Saturday at half past six.

Hedwig und Hugo freuen sich auch schon auf bye-bye. Hoffentlich haben wir dann wieder schönes Wetter, denn die letzten Tage hat es hier stark geregnet. Vom Tennisspielen wird es bei Dir auch nicht viel geworden sein.

Leider habe ich die Anatomiebücher ausgeliehen, habe sie aber bereits Montag angefordert und hoffe, daß sie am Samstag in Bochum sind. Arbeite nicht zu viel für die Prüfung, denn Du bestehst sie auch so, und auf das Theoretische kommt es weniger an.

Die Ferien von Hans und Maria gehen nun auch bald zu Ende. Ich wünsche den beiden noch recht viel Vergnügen und gute Erholung in Schwelm. Hoffentlich nimmt Dir niemand übel, daß Du am Samstag kommst. Ich erwarte Dich um 1831 Uhr am Südausgang, wie üblich. Bleib hübsch gesund und munter und sei vielmals herzlichst gegrüßt und geküßt von

Deinem Jungen.

Viele herzliche Grüße an Deine lieben Eltern, Hans und Anhang.

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