So 11.06.1933, Brief von Walter an Anneliese: “Ich möchte mich ganz Dir anpassen, und wie Du es bestimmst, ist es auch richtig”
eingestellt von SG am 11. Juni 2010 |
Schwelm, den 11. 6. 33.
Mein liebes Kind!
Soeben habe ich Deinen lieben Brief erhalten und will Dir auch sofort antworten. Es ist ja schade, daß Du am Sonntag nicht nach Bochum kommen kannst, aber ich sehe ein, daß es nicht geht. Ich komme natürlich gern nach Schwelm und kann auch Samstag abend schon bei Euch sein. Es fragt sich nur, ob Du am Sonntag nicht doch lieber zu Deiner Freundin gehst und den ganzen Tag bei ihr bleibst. Anderseits ist zu überlegen, ob Dir ein Abend mit Hornigs gut bekommt, wenn Dir nicht gut ist, denn wahrscheinlich wird doch ein Gläschen getrunken und vielleicht sogar etwas getanzt.
Ich möchte mich ganz Dir anpassen, und wie Du es bestimmst, ist es auch richtig. Wenn es Dir lieber ist, daß Du einen Sonntag später zu uns kommst, so schreib es mir ruhig, sonst komme ich gern Samstag abend. Es würde sicher ein inhaltsreicher Tag werden, der uns an Versailles erinnert.
Mit meinem neuen Mitarbeiter bin ich mindestens ebenso gut zufrieden wie mit Rudi. Er ist fleißig und entlastet mich auch in Französisch. Allerdings hat er weniger Rutine [sic] wie Rudi. Ich bezahle ihn wöchentlich, das ist für ihn angenehmer und für mich insofern besser, als der Gedanke an eine prozentuale Beteiligung nicht aufkommt.
Die Aufgabe habe ich schon überlegt, aber noch keine Lösung gefunden, ist auch nicht wesentlich. – Heute nachmittag gehen wir zu Hugo’s Pflegeeltern. Karl ist heute morgen schon um 6 Uhr aufgestanden und zur Fahnenweihe nach Dortmund gefahren.
Gleich muß ich noch etwas für morgen vorbereiten, denn heute abend wird wohl nichts daraus werden. Hoffentlich geht es Euch allen noch recht gut wie uns. Grüß bitte Vater und Mutter recht schön von uns allen und sei selbst herzlichst gegrüßt und geküßt von Deinem Jungen, der sein Kind innig liebt.
Schreib mir bitte recht bald.
veröffentlicht am 11. Juni 2010 um 10.00 Uhr
in Kategorie: Walter Galka
Um was für einen Mitarbeiter handelt es sich denn? Ich gestehe, ich habe in den letzten Monaten nur sporadisch mitgelesen und möglicherweise die entscheidende Information verpasst.
Kommentar von Niels — 13. Juni 2010 @ 13:31