Mi 10.05.1933, Briefkarte von Annelieses Vater an Walter: “angenehm, ruhig und ohne jeden Mißtone”

eingestellt von SG am 10. Mai 2010 |

Poststempel: Schwelm, 10.5.33. 9-10

Schwelm, 10. Mai 1933.

Lieber Herr Galka!

Ihnen und Ihrer Familie recht herzlichen Dank für die zu meinem Dienstjubiläum übermittelten Glückwünsche und Grüße. Der Blumenkorb ist sehr schön, wir freuen uns täglich über seine Pracht. Mit dem vom Personal überreichten Blumenkorb und anderen Blumenfreuden macht sich unser Esszimmer wundervoll.

Der Tag selbst ist angenehm, ruhig und ohne jeden Mißtone verlaufen, sodaß er eine schöne Erinnerung darstellt.

Also nochmals vielen Dank und herzliche Grüße Ihrer Frau Mutter, Ihren Geschwistern und Ihnen bis zum nächsten Wiedersehen.

Ihr Paul Merten.

Meine Frau und Anneliese schließen sich an.

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Di 09.05.1933, Brief von Anneliese an Walter: “according to the latest laws things look a fair bit brighter”

eingestellt von SG am 9. Mai 2010 |

330509-sSchwelm, 9. V. 1933.
Josef Wagnerstr. 48

My dear boy,

I should be very cross with you for spending such a lot of money on that beautiful flower for my father’s “day of honour”? But still it’s marvellous really awfully nice and all the flowers make our rooms look beautiful. My father enjoyed his jubilee very much indeed. All the postmen were standing in a row when father appeared and his desk and chair and the doors and pictures in his room were all ornamented with green stuff and with flowers. It was simply touching.

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Mo 08.05.1933, Urkunde von Reichspräsident Hindenburg für Paul Merten

eingestellt von SG am 8. Mai 2010 |

Der Reichspräsident - Zur Feier des Tages, an dem Sie eine vierzigjährige Dienstzeit vollendet haben, spreche ich Ihnen meine besten Wünsche aus. Ich verbinde damit den Dank und die Anerkennung des Deutschen Reichs für die geleisteten treuen Dienste. Berlin, den 8. Mai 1933 von Hindenburg. An den Postdirektor Herrn Paul Merten in Schwelm

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Mi 03.05.1933, Brief von Walter an Anneliese: “als wohlbestallter Pauker in Schwelm niederlassen”

eingestellt von SG am 3. Mai 2010 |

Bochum, den 3. Mai 1933.

Mein liebes, gutes Kind!

Heute morgen, kurz vor meinem Aufstand, erhielt ich Deine beiden lieben Briefe. You are ever such a nice girl. Nach Münster zu fahren, hielt ich für unzweckmäßig, da Münster zuerst mal diejenigen Assessoren unterbringt, die im numerus clausus sind, die also schon mal voll beschäftigt waren. Ich hielt es für wichtiger, dem Schwelmer Chef zu schreiben mit der Bitte, mich bei der Umbesetzung der Stellen zu berücksichtigen. Der Brief ist heute mittag abgegangen.

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Di 02.05.1933, Brief von Anneliese an Walter: “an den meisten werden doch jetzt Umänderungen vorgenommen”

eingestellt von SG am 2. Mai 2010 |

Poststempel: Schwelm, 2.5.33. 7-8

Schwelm, 2. V. 33.

Lieber Junge,

soeben habe ich bei Frau Hornig die Neuigkeiten im Kollegium erfahren. Demnach sind Copper, Schmidt, Helling und Ernst abgebaut mit 75 % der zuständigen Pension. Sonneborn und Albing werden strafversetzt. Dies alles ist amtlich richtig! Für die hiesige Schule sind 3 neue Herren (Assessoren) angefordert worden – in Münster. Da nun an der hiesigen Schule immer 1 Mathematiker zu wenig war, lässt Dir Mucki raten, doch einmal sofort nach Münster zu fahren und Dich dort persönlich in Erinnerung zu bringen. Nur persönliche Vorstellung wäre erwünscht, keine Fürsprache.

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Mo 01.05.1933, Brief von Anneliese an Walter: “I have not yet become a member, but my father became one last week”

eingestellt von SG am 1. Mai 2010 |

Schwelm, 1st May 1933.

My dear boy,

I have just heared [sic] on the wireless Adolf Hitler’s speech and the communications about the firework at the Tempelhofer Feld. I think you have been listening in just the same.

Thanks very much for your nice letter and your mother’s invitation. I am very sorry but I cannot stay till Monday night. I think you have forgotten that it’s my fathers’s jubilee on Monday and of course I have to be back for this very important day. If it would be suitable I could arrive sometime on Saturday but I’ll leave that to you and to your mother; I know that Saturday is always a very busy day for housewives.

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