Geschichte (nicht nur) einer Familie
77jahre

Do 30.03.1933, Postkarte von Walter an Anneliese: “so müssen wir die Verkürzung der schönen Ferien eben in Kauf nehmen”

Poststempel: Bochum 30 3 33 1-2 N

Bochum, den 30. 3. 33.

Mein liebes Kind!

Deine lb. Briefe haben wir erhalten und danken Dir herzlichst. Auch ist Ena’s Brief angekommen, wofür ich ebenfalls herzlichst danke. Ich freue mich ganz schrecklich auf unser Wiedersehen und daß wir uns schon am Sonntag Mittag treffen können. Ich werde Dich im Waterloo Bahnhof unter der Uhr erwarten um 1222 Uhr. Falls wir uns dort nicht finden sollten, was ich für unwahrscheinlich halte, so treffen wir uns um 2 Uhr im Hotel auf unseren Zimmern.

Nun noch eine Überraschung. Heute morgen bekam ich eine Karte von Bad Essen. Der Rektor schrieb mir, daß meine Bewerbung nicht aussichtslos sei und daß ich ihm schreiben sollte, ob ich noch zu haben wäre. Wir müssen damit rechnen, daß ich den Dienst am 21. April antreten muß. Falls ich die Stelle bekommen sollte, so müssen wir die Verkürzung der schönen Ferien eben in Kauf nehmen.

Nun, mein liebes Baby sei recht herzlich gegrüßt und geküßt bis auf ein frohes Wiedersehen in London
von Deinem Walter

Recht herzliche Grüße an Fam. Cox, herzliche Grüße von Mutter, Karl und Hedwig.

In anderer Handschrift:
Freundlichen Gruß
Ihr U. Schmid [?]

2 Kommentare

1 Sa 01.04.1933, Brief von Anneliese an ihre Eltern: “ich kann jetzt meine Finanzlage noch nicht übersehen” — 77jahre schrieb am 01.04.10 um 16:19 Uhr:

[...] heim; vielleicht schon ein paar Tage eher, falls Walter die Stelle in Bad Essen bekommen sollte. Er schrieb mir gerade, er habe Nachricht bekommen, daß die Bewerbung nicht aussichtlos [...]

2 Jürgen schrieb am 02.04.10 um 16:28 Uhr:

so treffen wir uns um 2 Uhr im Hotel auf unserem Zimmer.

Vorher war immer von Zimmern im Plural die Rede. Zwei noch nicht Verheiratete in einem Zimmer war doch damals ein absulutes no-no.

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