Do 26.05.1932, Brief von Anneliese an Walter: “Mir ist’s auch schon ganz abschiedsweh zu Mute”
Schwelm, den 26. V. 1932.
Mein lieber Junge!
Herzl. Dank für Deinen lb. Brief. Ich freue mich ganz schrecklich, daß Du schon am Samstag kommen kannst! Wir wollen die beiden Tage dann aber auch noch recht genießen.
Wie schön, daß Deine Schwester uns auch einmal besuchen will. Grüße sie doch bitte und sag ihr, wir freuten uns sehr, sie einmal bei uns zu haben. Daß es Deiner lb. Mutter garnicht gut geht, tut mir herzlich leid, hoffentlich sind die Schmerzen nicht mehr so stark! Ich wünsche Deiner Mutter recht gute und baldige Besserung.
Es ist schrecklich, was man vorher noch alles zu tun hat! Morgen kommt die Schneiderin. Aber Samstag und Sonntag bin ich nur für meinen Jungen und dessen Schwester da. Mir ist’s auch schon ganz abschiedsweh zu Mute. Gestern habe ich geschrieben, daß ich am 7.6. hier fortfahre. Eine Nacht will ich bei Gerti Fischer in London bleiben. Scarborough liegt ja noch 5 D-Zug von London entfernt.
Nun ist inzwischen die Mutter meiner Freundin gekommen und hat mir Bilder von ihrer Tochter gebracht, die jetzt in Insterburg verheiratet ist. Und so muss ich jetzt schließen.
Zu dem neuen Schüler herzl. Glückwunsch.
Dir & Deinen lb. Angehörigen herzl. Grüße
Deine Anneliese.
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