Januar 2009
Mi 13.01.1932, Brief von Walter an Anneliese: “Ich freue mich, daß Du gern an der Überwindung von Hindernissen, die sich mir bieten, teilnimmst”
Bochum, den 13.1.1932.
Mein liebes Kind!
Deine beiden Briefe habe ich mit vielem Dank erhalten und mich sehr darüber gefreut. Ich denke auch noch immer gern an die schönen Tage in Schwelm zurück, wenn es auch mit viel Arbeit verknüpft war. Mit vereinten Kräften geht das jedenfalls viel besser als wenn man seinem Schicksal allein ausgeliefert wird ist. Das gemeinsame Gefühl, eine Arbeit fertiggestellt zu haben, gibt doppelte Freude, die wir ja auch, besonders am letzten Abend, so reichlich genossen haben. Gerade der unvermittelte Übergang von Konzentration und Entspannung zeitigt jenes Gefühl der inneren Freiheit. [Weiterlesen →]
13. Januar 2009 Noch keine Kommentare
So 10.01.1932, Brief von Anneliese an Walter: “Fehlt also nur noch der heißersehnte Schnee”
Poststempel: 11.01, 8-9 Uhr.
Schwelm, den 10. I. 32.
Mein lieber Junge!
So, nun ist die Arbeit fertig, jetzt kommt das Vergnügen. Ich habe nämlich gerade 42 Tischkarten geschnitten und geschrieben. Mutter hatte schon Angst, daß ich vergessen würde, Dir zu schreiben, als ob ich meinen Jungen vergessen könnte! Nun sind ja für Dich die schönen Tage des Ausruhens, die Du wirklich verdient hattest, leider vorüber, aber die Freude über “unsere” fertiggestellte Arbeit hält sicher noch an. Weißt Du, es war doch schön, als wir zusammen gearbeitet haben, findest Du nicht auch? [Weiterlesen →]
10. Januar 2009 Noch keine Kommentare
Sa 09.01.1932, Brief von Anneliese an Walter: “Sei nicht böse”
Poststempel: 21-22 Uhr.
Schwelm, den 9. I. 32.
Mein lieber Junge!
Heute möchte ich Dir in aller Eile nur kurz – doch herzlich – für Deinen lb. Brief danken, auf den ich schon richtig gewartet hatte. Heute morgen hatte ich nun keine Zeit zu schreiben, da wir Wäsche hatten, heute mittag mußte ich nach Barmen und eben kam zum Überfluß noch Leni, die ich doch nicht gut hinauswerfen konnte. So bekommst Du heute nur diesen kurzen Sonntagsgruß, morgen oder Montag schreibe ich mehr. Sei nicht böse.
Dir & den Deinen herzl. Gruß
Deine Anneliese.
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Mi 06.01.1932, Brief von Walter an Anneliese: “Der feine Herr ist nämlich gewöhnt, daß ihm alles Wissenswerte mitgeteilt wird”
Bochum den 6. Januar 32.
Mein liebes Kind!
Es ist ja nicht gerade schön, daß ich erst jetzt schreibe, aber ich habe umso mehr gedacht. Morgens gegen 11 Uhr landete meine Arbeit bei Schilling. Als ich aus dem Hause war, fühlte ich mich dann so richtig frei. Bei uns zu Hause ist seitdem auch eine recht gute und frohe Laune eingekehrt. Die letzten 3 Tage habe ich so bis kurz vor mittag in aller Gemütsruhe und den herrlichsten Träumen geschlafen. Mutter hat mich auch garnicht geweckt. Aber ab morgen hört die faule Tour wieder auf, denn Walter muß wieder fleißig sein. [Weiterlesen →]
6. Januar 2009 Noch keine Kommentare