Geschichte (nicht nur) einer Familie
77jahre

Januar 2009

So 31.01.1932, Brief von Walter an Anneliese: “Der liebe Gott wird es so geschehen lassen, wie er es für mich bestimmt hat”

Bochum, den 31.1.32.

Mein liebes Kind!

Für Deine drei netten Briefe danke ich Dir recht herzlich und freue mich, daß Du mir häufiger etwas schreibst. So ein netter Gruß von meinem Baby erhöht natürlich die Arbeitslust und sorgt für gute Laune. Unsere Prüfungstermine sind jetzt bereits festgesetzt. Meine Prüfung findet am 27. Februar statt. Am 24. werden mir die Themen meiner beiden Probelektionen mitgeteilt. Am 23. muß ich also hinfahren. Der Prüfungsort ist die Oberrealschule in Münster. Die Prüfungskommission besteht aus 4 Schulmännern, einem Oberschulrat, 2 Oberstudiendirektoren und einem Oberstudienrat. [Weiterlesen →]

31. Januar 2009   Noch keine Kommentare

Sa 30.01.1932, Briefkarte von Anneliese an Walter: “Warum schreibt die denn schon wieder?”

Poststempel: 17-18 Uhr

Schwelm, d. 30. I. 32.

Mein lieber Junge!

Du denkst auch sicher: “Warum schreibt die denn schon wieder?” Aber weil morgen eben der 31. Januar ist und es dann tatsächlich schon 1 Jahr – aber ein schönes – her ist, dass wir uns kennenlernten, darum möchte ich Dir recht viel herzl. Grüße schicken. Eigentlich solltest Du auch ein Bildchen bekommen, aber Frl. Pluquette hat den Film leider nicht fertig geknipst. Ich werde heute abend im Theater vorfeiern und hätte Dich garzu gern dabei, es wird “Nina der Filmstar” gespielt. Morgen sind wir mit Hornigs, Dr. Huser und Dr. Sämer zusammen zu Höflers eingeladen; da werde ich ja wohl häufig an den vorjährigen 31. I. zurückdenken.

Höre ich auch bald mal von Dir etwas, mein viel!? [sic]

Mit herzl. Grüßen und Küssen bin ich

Deine Anneliese.

Herzl. Gruß für Deine lb. Angehörigen.

30. Januar 2009   Noch keine Kommentare

Neuer Seitenkopf mit Ebert- und Hindenburg-Briefmarken

Seit ein paar Wochen habe ich (endlich) einen Flachbett-Scanner und habe gleich mal einige Umschläge aus dem Familienarchiv eingescannt. Ausschnitte dieser Bilder, die Teile der verwendeten Briefmarken zeigen, sind jetzt oben im Seitenkopf zu sehen. Bei jedem Seitenaufruf wird zufällig ein Bild von insgesamt acht ausgewählt. Alle Bilder stammen von Umschlägen aus dem Jahr 1932. Auf den Briefmarken ist der damalige Reichspräsident Paul von Hindenburg (1925-1934) bzw. sein Vorgänger, Friedrich Ebert (1919-1925), zu sehen.

26. Januar 2009   Noch keine Kommentare

So 24.01.1932, Briefkarte von Anneliese an Walter: “die Termine lägen dies Jahr ausserordentlich früh”

Poststempel: 23-24 Uhr

Schwelm, den 24. I. 1932.

Mein lieber Junge!

Durch Zufall bin ich heute zu Luckens gekommen und habe dort von Toni gehört, dass sie sehr erstaunt sind, daß kaum einer von den Bochumer Referendaren kondoliert hat. Da Du nun vorige Woche auch die Absicht hattest zu schreiben, nehme ich an, daß Du durch Deine Arbeit davon abgekommen bist. Du weißt ja nun am besten, ob Du nicht doch noch schreiben willst, ich dachte nur, Dir wäre es vielleicht angenehm, wenn ich Dir dies alles schrieb.

Mucki meinte heute, dass Euer Examen wohl auch in nicht allzu ferner Zeit steigen würde, die Termine lägen dies Jahr ausserordentlich früh.

Dich u. Deine Lieben grüßt recht herzlich

Deine Anneliese.

24. Januar 2009   Noch keine Kommentare

Sa 23.01.1932, Brief von Anneliese an Walter: “Ich möchte nun hier brieflich nicht näher auf das Gespräch eingehen”

Poststempel: 21-22 Uhr

Schwelm, den 23. I. 1932.

Mein lieber Junge!

Wie schade, daß es jetzt nicht 8 Tage früher ist, dann säßen wir jetzt im Auto und führen nach “Haus Hedt”. So kann ich aber nur hier sitzen und schriftlich ein wenig mit Dir plaudern. Zunächst danke ich Dir recht herzlich für Deinen lb. Brief, der mich durch sein frühzeitiges Erscheinen recht angenehm überraschte. Ich bin sehr zufrieden mit Dir, meinetwegen kannst Du das Examen bestehen! Und Du bist also fleißig, wie immer. Hat denn das Referat geklappt? [Weiterlesen →]

23. Januar 2009   Noch keine Kommentare

Di 19.01.1932, Brief von Walter an Anneliese: “Gustav lebt seit der Zeit alkoholfrei”

Bochum, den 19.1.1932.

Mein liebes Kind!

Die Zeit bis zum Mittagessen will ich dazu benutzen, Dir kurz etwas zu schreiben. Wie immer, so bin ich auch am Sonntag gut in Bochum angekommen. Montag früh, als ich um 1/2 8 Uhr aufstand, dachte ich gleich an Dich. Du wirst wohl noch in süßer Ruh gelegen haben. Die beiden Tage in Schwelm waren wirklich nett. Im Laufe der Tage erlebt man die Einzelheiten alle noch einmal und kostet sie richtig aus. Zur Erinnerung an das schöne Fest wirst Du mir ja noch die individuelle Tischkarte zuschicken, die mir noch Freude machen wird. [Weiterlesen →]

19. Januar 2009   Noch keine Kommentare