Mi 23.12.1931, Brief von Walter an Anneliese: “Du feierst tüchtig für mich mit”
Bochum, den 23.12.31.
Mein liebes Kind!
Es ist wirklich nett von Dir, daß Du mir schon 2 mal geschrieben hast. [Brief 1, Brief 2] Leider komme ich jetzt zu kaum etwas anderem als zu meiner Arbeit. Gestern hat es Gott sei Dank Ferien gegeben. Die Lauferei zur Schule und zu den Sitzungen hat dafür gesorgt, daß meine Arbeit noch nicht einmal im Unreinen fertig ist. Aber ich hoffe, daß es morgen abend so weit ist. Am 23., 26. und 27. Dezember will ich die Arbeit dann korrigieren und am 28. früh nach Schwelm kommen. Wir werden dann bequem fertig werden. Wenn es Euch recht ist, bleibe ich bis zum Nachmittag des 31. Zu Sylvester möchte ich gern wieder zu Hause sein. Auf die vier Tage in Schwelm freue ich mich schon sehr, besonders nach solch einer Hetzjagd. Hoffentlich komme ich auch mal dazu, in aller Ruhe und Beschaulichkeit Weihnachten zu feiern. Dieses Jahr wird sicherlich nichts von all dem zu finden sein. Das geht mir aber nicht allein so, sondern fast allen Referendaren. Bis jetzt gefällt mir meine Arbeit noch garnicht, hoffentlich gefällt sie anderen Leuten.
Vielleicht kann ich Dir mit Platte eine kleine Freude machen. [sic] Sie muß ziemlich schnell gespielt werden, damit sie richtig wirkt. Ich hoffe, daß Du durch das Stück angeregt wirst, Walter Rehberg demnächst Konkurrenz zu machen.
Ich wünsche Dir und Deinen Lieben einen recht frohen Verlauf des Weihnachtsfestes. Du feierst tüchtig für mich mit und erzählst mir am Montag all Deine schönen Erlebnisse.
Mit vielen herzlichen Grüßen und Küssen bin ich
Dein treuer Walter.
Viele Grüße an Deine lb. Eltern und Deinen Bruder, der doch sicherlich diesmal wieder bei Euch sein wird. Meine Eltern und Geschwister lassen auch vielmals grüßen. Entschuldige bitte, daß ich so wenig geschrieben habe, wir erzählen uns in Schwelm umso mehr.
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