Geschichte (nicht nur) einer Familie
77jahre

November 2008

Do 26.11.1931, Briefkarte von Anneliese an Walter: “Da merkt man selbst erst einmal, wie gut man es hat”

Poststempel: 14-15 Uhr

Schwelm, den 26.11.31.

Mein lieber Junge!

Eigentlich habe ich ja ganz große Eile, denn in 1/2 Std. muß ich nach Elberfeld fahren, wo wir bei meiner Tante zum Besuch anzutreten haben. Doch ich habe gedacht, Du würdest Dich vielleicht über einen kurzen Gruß freuen und vielleicht auch darauf warten. Und dann wollte ich Dir für Deinen lb. Brief und das schöne Gedicht recht herzl. danken. Heute regnet es hier tüchtig, hoffentlich wird es bis Sonntag schöneres Wetter. Es ist doch schön zu denken, daß wir uns in 3 Tagen wiedersehen werden, das findest Du doch auch? [Weiterlesen →]

26. November 2008   Noch keine Kommentare

Mo 23.11.1931, Brief von Walter an Anneliese: “Mutter freut sich, wenn ich abends zu Hause bleibe”

Bochum, d. 23.11.31.

Mein liebes Kind!

Als ich heute abend nach Hause kam, war es eine recht angenehmen [sic] Überraschung für mich, Deinen lieben Brief vorzufinden. Gestern habe ich schon mal den Briefkasten inspiziert und heute morgen natürlich auch. So etwas enttäuscht und mich auf den nächsten Tag freuend, bin ich dann zur Schule gezogen. Aber Anneliese ist lieb, sie läßt nicht allzu lange warten. Es ist recht erfreulich, daß Du nun am Sonntag nach Bochum kommst, daß nichts anderes dazwischen fällt. “Es wird gehn ein Frauen durch das ganze Land” hat Gustav Baumann, dem ich die frohe Botschaft verkündete, gesagt. Du wirst ihn am Sonntag wahrscheinlich persönlich kennen lernen. [Weiterlesen →]

23. November 2008   1 Kommentar

So 22.11.1931, Brief von Anneliese an Walter: “Hunger nach Frohsinn und lachendem Leben”

Poststempel: 23-24 Uhr

Schwelm, den 22.11.1931.

Mein lieber Junge!

Das war aber eine nette Überraschung, als ich so schnell einen Brief von Dir bekam; hab recht herzl. Dank dafür sowie auch für die lb. Einladung. Daß wir uns schon so bald wiedersehen werden, klingt fast wie ein Märchen, aber ein recht schönes. Nun habe ich einen recht schönen Zug herausgesucht, der fährt um 824 hier ab und ist um 847 in Hagen; weiter gehts um 913 und Ankunft in Bochum Hbf. 957. Ist es recht so, oder ist das zu früh? Sonst finde ich die Zeit recht nett, denn dann werde ich selbst in dieser dunkelen [sic] Jahreszeit hier bei hellem abfahren. Wirst Du mich wieder an derselben Stelle erwarten? Ich freue mich schon sehr auf das Wiedersehen. [Weiterlesen →]

22. November 2008   2 Kommentare

Mi 18.11.1931, Brief von Walter an Anneliese: “Anderseits ist die Gefahr nicht zu verkennen, die ein Mädel mit sich bringt”

Bochum, den 18.11.31.

Mein liebes Kind!

Diesmal will ich mal etwas früher als sonst von mir hören lassen. Am Montag hat sich bei mir die erste Sehnsucht eingestellt, als ich morgens erwachte. Ich hatte einen so schönen Traum, daß es mir reichlich komisch vorkam, als Du beim Erwachen nicht mehr bei mir warst. Der Sonntag war doch wirklich schön, nur zu kurz. Die Melodien aus dem weißen Rößl spuken noch immer in meinem Kopf, und zwischendurch legt mein süßes Baby ihre Hand auf meine Schulter und sagt mir, daß auch sie mich lieb hat. [Weiterlesen →]

18. November 2008   Noch keine Kommentare

Sa 07.11.1931, Brief von Anneliese an Walter: “Meine Schuld liegt ja nun darin, daß ich nicht offen von Dir gesprochen habe”

Poststempel: 15-16 Uhr

Schwelm, den 7. November 1931.

Mein lieber Junge, wie lieb von Dir, mir sofort zu antworten, hab recht vielen Dank. Auch ich wäre ja gern morgen zu Euch gekommen, doch mag ich Vater nicht gern einen ganzen Sonntag lang allein lassen. Lieber wäre es mir natürlich auch, wenn Du schon morgen hier sein könntest, doch dafür ist es ja nun zu spät. Aber auf das Wiedersehen am nächsten Sonntag (15.11.) freue ich mich schon tüchtig, ich werde dann alles gut vorbereiten, damit ich auch recht viel bei meinem lieben Jungen sein kann und nicht immer in der Küche zu kochen brauche. [Weiterlesen →]

7. November 2008   Noch keine Kommentare

Fr 06.11.1931, Brief von Walter an Anneliese: “Es handelt sich um Untersuchungen der Säfte der Zitronen “

Bochum, den 6.11.31.

Meine liebe kleine Anneliese!

Ich habe schon recht schmerzlich auf einen Brief von Dir gewartet. Ich dachte schon, daß Du krank seist und wollte heute morgen schon einen Brief schreiben, aber da schellte es gerade, und der langersehnte Brief war da. Wir hätten Dich gern kommenden Sonntag hier bei uns gehabt, aber schade, daß es Dir nicht möglich ist. Am liebsten möchte ich am Sonntag schon kommen, Zeit dazu habe ich, aber vielleicht ist es Dir zu überraschend oder Du hast Dir etwas anderes vorgenommen. Ich komme aber dann bestimmt Sonntag in einer Woche, denn es kommt mir schon unendlich lange vor, daß wir uns gesehen haben. [Weiterlesen →]

6. November 2008   Noch keine Kommentare