Do 29.10.1931, Brief von Walter an Anneliese: “So freudig und voller Erwartung bin ich lange nicht mehr aus dem Bett gesprungen”

eingestellt von am 29. Oktober 2008 |

Bochum, den 29.10.31.

Mein liebes Kind!

Soeben habe ich auf der Unterprima eine Turnstunde verzapft und habe jetzt eine Springstunde, die ich benutzen will, Dir für Deinen lieben Brief, über den ich mich richtig gefreut habe, herzlichst zu danken. [Der Brief von Anneliese ist nicht erhalten.] Ich sitze hier in einem kleinen Raum neben dem Chemiezimmer. Hier steht alles voll Chemie, also eine ganz vertraute Umgebung. Nebenan werden Lichtbilder vorgeführt, ich kann den Unterricht ganz genau verfolgen. Stud.Rat Rodde erzählt gerade von der Sonnenbahn, der “Westeuropäischen Zeit”, von Amerika usw. Da steigen so manche alten Erinnerungen an die schöne Schulzeit auf, als man noch selbst Schüler war. So etwas Zigarrenqualm gibt der ganzen Stimmung noch die richtige Gemütlichkeit. Weiterlesen »

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Mi 21.10.1931, Brief von Walter an Anneliese: “Wenn man alles wüßte, wäre das Leben relativ sinnlos, denn man hätte nichts mehr zu erwarten”

eingestellt von am 21. Oktober 2008 |

Anneliese wird am 22.10.1931 23 Jahre alt. Dem Brief ist eine kleine Geburtstagskarte beigelegt:

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstage.
Walter

21.10.1931: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstage
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Fr 16.10.1931, Brief von Walter an Anneliese: “Hoffentlich geht alles gut”

eingestellt von am 16. Oktober 2008 |

Bochum, den 16.10.31.

Mein liebes Kind!

Die Lehrprobe am Dienstag hat ganz gut geklappt. Morgen früh in der 1. Stunde muß ich noch eine Lektion in Physik halten. Ich kann dann getrost nach Schwelm fahren und zwar komme ich mit demselben Zuge wie voriges Mal. Hoffentlich geht alles gut. Ich muß heute noch viel arbeiten und will deshalb schließen. Morgen können wir uns umsomehr dafür erzählen. Halte den Daumen und sei vielmals gegrüßt und geküßt

von Deinem Walter.

Viele Grüße an Deine Lieben. Über Deinen Brief habe ich mich sehr gefreut.

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Di 13.10.1931, Brief von Anneliese an Walter: “ob Du wohl überhaupt solch ein Opfer wert bist?”

eingestellt von am 13. Oktober 2008 |

Poststempel: 14.10., 9-10 Uhr

Mein lieber Junge! Wie bin ich doch – genau wie Frau Mucki – so froh, daß Du genügend Arbeit hast, da brauche ich ja garnicht zu befürchten, daß Du etwa auf dumme Gedanken kommen könntest! Aber nun wird ja bis heute schon ein guter Teil davon geschafft sein, und hoffentlich hat alles recht schön geklappt. Man soll Dich aber bis Samstag nicht mehr allzu sehr überlasten, denn ich habe Frau Hornig fest versprochen, gute Laune mitzubringen, und das kann ich ja nur, wenn Du mich nicht zu sehr ärgerst. Unsere lb. Frau Mucki ist zu nett in ihrer Sorge um ein gutes Gelingen des Festtages, und Mucki selbst strahlst schon heute vor Vorfreude. Nun, ich gestehe auch, daß ich mich tüchtig auf Samstag freue, aber denk mir nicht etwa auf Dich, nein, auf all die netten neuen Referendare; ich hoffe, daß Du mir das glaubst, Walter! Von Frau Hornig einen schönen Gruß, und das Zimmer wäre fertig für Dich, nachdem gestern Dr. Petro aus Berlin wieder abgereist wäre. Weiterlesen »

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Sa 10.10.1931, Brief von Walter an Anneliese: “Wenn ich daran denke, daß in einem halben Jahre alles vorbei sein soll, wird mir ganz komisch”

eingestellt von am 10. Oktober 2008 |

Bochum, den 10. Okt. 31.

Mein liebes Kind!

Du wirst bei Empfang meines Briefes wohl noch in süßer Ruh liegen und die schönen Erinnerungen an das Tennisfest im Traume durch Dein Köpfchen jagen lassen. Da erscheinen dann all die netten und frohen, vielleicht auch betrübten Gesichter von Felix und wie sie alle heißen mögen, vielleicht hast Du auch mich mit hineinbezogen. Und nun erwacht mein Baby aus diesem Schlummer, reibt sich die Augen und liest diese bescheidene Lektüre. Der schreibfaule Bengel! Man sollte böse auf ihn sein, nicht wahr? Aber nächste Woche um diese Zeit ist er in Schwelm, da läßt sich alles “mündlich” erledigen.
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Sa 03.10.1931, Brief von Anneliese an Walter: “ich bin gerade in fabelhaftester Stimmung”

eingestellt von am 3. Oktober 2008 |

Poststempel: 21-22 Uhr

Schwelm, den 3. Okt. 1931.

Mein lieber Junge!

Vorige Woche um diese Zeit – es ist gerade 8 h – gingen wir wohl zum “gemütlichen Teil” über, obwohl das Tippen ja auch recht nett war, nicht wahr? Und wenn ich nicht erkältet gewesen wäre, hätte ich wohl auch Samstag abends nicht so apathisch dagesessen, meine Mutter kann sich bis heute noch nicht ganz abregen über diese langweilige Göre. Nun möchte ich mir wünschen, daß Du von einem Schnupfen verschont geblieben bist; Frau Ibing sprach da so komische Vermutungen aus, da hab ich dann gefragt, warum denn gerade Du angesteckt sein solltest, worauf sie lachte. Komische Menschen! Weiterlesen »

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