September 2008
Linkempfehlung: Papa’s Diary
My grandfather, Harry Scheurman, kept a diary in 1924 when he was twenty-nine years old. He had been in America for 11 years, but much of his family still lived in the central European, Jewish ghetto of his youth. He was a garment worker, union activist and Zionist fundraiser. He was also unmarried and terribly lonely.
So beschreibt der Enkel, Matt Unger, die Gemütslage seines Großvaters, dessen Tagebuch er im Papa’s Diary Project veröffentlicht hat. Die Einträge sind häufig recht kurz, aber Matt hat sich einen sehr großen Aufwand damit gemacht, die Bedeutung zu erläutern. Zusätzlich gibt es auch noch einige Briefe von Harry Scheurman an seine zukünftige Frau… Ich habe auf jeden Fall schon einige Stunden dort gelesen und mich in das New York der Zwanzigerjahre zurückversetzt.
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15. September 2008 Noch keine Kommentare
Do 10.09.1931, Brief von Anneliese an Walter: “Alles, was ausgesprochen ist, ist nur noch halb so schön”
Poststempel: 23-24 Uhr
Schwelm, den 10. Sept. 1931.
Mein lieber Junge!
Nun schreiben Maria und ich, vereint durch die schönen Klänge des Liedes “Ohne Dich hat die Welt keinen Sinn“, jedoch getrennt sitzend und nach entgegengesetzten Richtungen. Dieses Mal sollst Du Dir keine Sorge um mich machen, Du Lieber. Es war eine köstliche Nachtfahrt, wir saßen alle drei eng aneinander gekuschelt hinten im Wagen und genossen so recht das gespenstisch Schöne, diese herrliche Ruhe nach all den erhitzten Gesprächen. Und immer wieder mußte ich an eine unvergeßliche Nachtfahrt denken, die mich vor noch nicht allzu langer Zeit mit einem lieben Menschen dieselbe Strecke fahren ließ. Kurz vor Schwelm gings dann “knack” und die langersehnte Panne war da. [Weiterlesen →]
10. September 2008 1 Kommentar
Mo 07.09.1931, Brief von Anneliese an Walter: “Deine Freunde sind doch schließlich auch keine Kostverächter!”
Poststempel “Bahnpost Aachen Dortmund”, 07.09.
Schwelm, den 7. 9. 1931.
Mein lieber Junge!
Recht herzl. danke ich Dir für Deinen lb. Brief und will Dir schnell – in 1/2 Stunde muß der Brief fort sein – mitteilen, daß wir am Mittwoch gegen 1/2 4 h in Blankenstein im Irrgarten sein werden. Ich freue mich unendlich, daß wir uns sobald wiedersehen werden. Seit gestern heute ist Maria Mardaus bei uns zu Besuch, ich werde sie mitbringen. Lenis Freund – der übrigens schon älteren Datums ist – kann leider nicht abkommen und da wollte ich mal fragen, ob Du nicht Deinen beiden Freunden vorschlagen möchtest, mitzukommen. Ich glaube, es wäre für uns alle netter; und Deine Freunde sind doch schließlich auch keine Kostverächter! [Weiterlesen →]
7. September 2008 Noch keine Kommentare
Sa 05.09.1931, Brief von Walter an Anneliese: “Wie ich heute erfahren habe, findet bei schlechtem Wetter der Tanz im Saale statt”
Bochum d. 5. 9. 31.
Meine liebe kleine Anneliese!
Freitag früh kam Dein lang ersehnter Brief, der uns Deine glückliche Ankunft in Schwelm annoncierte. Freitag abend erhielt ich Deinen zweiten Brief, über den ich mich besonders gefreut habe. Die Nachricht über den plötzlichen Krankheitsfall Deiner lieben Mutter hat mich natürlich sehr betrübt. Du wirst für die nötige Schonung Sorge tragen, sodaß es hoffentlich nicht wieder vorkommt. [Weiterlesen →]
5. September 2008 Noch keine Kommentare
Fr 04.09.1931, Briefkarte von Anneliese an Walter: “fast könnte ich Dir darum böse sein”
Poststempel: 04.09., 10-11 Uhr. Offensichtlich ist der Brief von Anneliese um einen Tag falsch datiert worden.
Schwelm, den 5. 9. 1931.
Mein lieber Junge!
Soeben habe ich Deinen lb. Brief bekommen und einen tüchtigen Schreck gekriegt. Daß Ihr Euch Sorge um mich machen konntet, habe ich garnicht erwogen, zumal Du ja auch nie sofort schreibst. Es tut mir für Euch, besonders für Deine lb. Mutter, recht leid. Wie kommst Du nur zu der Annahme, es könnte mir bei Euch nicht gefallen haben, fast könnte ich Dir darum böse sein. Ich habe mich sehr gefreut, daß Du sagst, Deine lb. Mutter habe kein allzu schlechtes Urteil über mich gefällt, denn es hätte mir doch leid getan, wenn die Mutter meines Walter mich nicht auch ein wenig gern haben könnte. Denn ohne dieses Verstehen ist doch kein wirkliches Glück möglich.
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4. September 2008 1 Kommentar
Do 03.09.1931, Brief von Anneliese an Walter: “Mutter lag kreideweiß auf dem Sofa”
Poststempel: 23-24 Uhr
Schwelm, den 3. Sept. 1931.
Mein lieber Walter!
Mutter hat mich schon tüchtig ausgeschimpft, daß ich nicht schon eher geschrieben und mich für den schönen Tag bei Euch bedankt habe, ist aber nicht böse gemeint, denn daß es mir in Bochum gefallen hat, brauche ich ja wohl nicht noch besonders zu sagen. Wie lieb haben aber auch Deine lb. Mutter und Deine Schwester für uns gesorgt.
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3. September 2008 1 Kommentar