Geschichte (nicht nur) einer Familie
77jahre

Fr 04.09.1931, Briefkarte von Anneliese an Walter: “fast könnte ich Dir darum böse sein”

Poststempel: 04.09., 10-11 Uhr. Offensichtlich ist der Brief von Anneliese um einen Tag falsch datiert worden.

Schwelm, den 5. 9. 1931.

Mein lieber Junge!

Soeben habe ich Deinen lb. Brief bekommen und einen tüchtigen Schreck gekriegt. Daß Ihr Euch Sorge um mich machen konntet, habe ich garnicht erwogen, zumal Du ja auch nie sofort schreibst. Es tut mir für Euch, besonders für Deine lb. Mutter, recht leid. Wie kommst Du nur zu der Annahme, es könnte mir bei Euch nicht gefallen haben, fast könnte ich Dir darum böse sein. Ich habe mich sehr gefreut, daß Du sagst, Deine lb. Mutter habe kein allzu schlechtes Urteil über mich gefällt, denn es hätte mir doch leid getan, wenn die Mutter meines Walter mich nicht auch ein wenig gern haben könnte. Denn ohne dieses Verstehen ist doch kein wirkliches Glück möglich.

Nun sag Deiner lb. Mutter bitte, es täte mir herzl. leid, daß ich Euch Sorge gemacht hätte, doch mag mich die reichliche Arbeit und Mutters Zustand (der jetzt zum Glück wieder einwandfrei ist) ein wenig entschuldigen. Ich hoffe nur, daß auch Du nicht weiter böse bist und bin mit vielen Grüßen für Deine lb. Angehörigen und vielen herzl. Grüßen und Küssen für Dich

Deine Anneliese.

1 Kommentar

1 77jahre - Sa 05.09.1931, Brief von Walter an Anneliese: “Wie ich heute erfahren habe, findet bei schlechtem Wetter der Tanz im Saale statt” schrieb am 05.09.08 um 13:08 Uhr:

[...] der uns Deine glückliche Ankunft in Schwelm annoncierte. Freitag abend erhielt ich Deinen zweiten Brief, über den ich mich besonders gefreut habe. Die Nachricht über den plötzlichen Krankheitsfall [...]

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