September 2008
Mi 30.09.1931, Brief von Walter an Anneliese: “Ich habe jetzt eine ziemlich lustlose Periode”
Bochum d. 30.9.31.
Mein liebes Kind!
Die beiden schönen Tage in Schwelm haben mir recht gut getan. Es war doch etwas ergiebiger als sonst. Das nächstemal [sic] wird es wohl auf dasselbe hinauskommen. Hoffentlich ist mein liebes Baby dann wieder gesund. Die eigentliche Erkältung wird wohl jetzt erst richtig zum Durchbruch gekommen sein, das ist doch meist so. Etwas Fieber hattest Du ja schon am Samstag, jetzt werden wohl regelrechte Kopfschmerzen und körperliche Mattheit daraus geworden sein. Es tut mir wirklich leid für Dich. [Weiterlesen →]
30. September 2008 Noch keine Kommentare
Do 24.09.1931, Brief von Walter an Anneliese: “Du wirst denken, daß ich ein recht dummer Mann sein muß”
Bochum, d. 24. 9. 31.
Mein liebes Kind!
Es ist jetzt schon 11 Uhr, aber ich will noch schnell schreiben und den Brief zur Bahn bringen, damit er morgen früh meinen Liebling erreicht. Für Deine beiden Briefe danke ich Dir recht herzlich. Es ist immer so etwas von ganz besonderer Art, wenn ich einen lieben und netten Brief von Schwelm vorfinde. Leider komme ich erst heute dazu, Dir zu schreiben, ich war wirklich fleißig in den letzten Tagen. Wo ich die Nacht schlafe, ist mir an sich gleich, entweder bei Ibings oder bei Muckis. [Weiterlesen →]
24. September 2008 Noch keine Kommentare
Di 22.09.1931, Briefkarte von Anneliese an Walter: “sämtliche Herren den Damen noch unbekannt”
Poststempel: 10-11 Uhr.
Die Briefkarte ist mit Schreibmaschine geschrieben.
Schwelm, d. 22.9.31.
Mein lieber Junge!
Deine Mutter wird sicher einen netten Begriff von meiner Aufdringlichkeit bekommen, weil ich Dir heute schon wieder schreibe. Nun habe ich Dir aber eine Einladung zu übermitteln und zwar für den 17. Oktober 1931 zu Familie Mucki zum “Referendarenball”. In ihrer allerherzlichsten Art hat Frau Mucki mich gebeten, Dir recht bald davon Mitteilung zu machen, damit Du Dir nur ja den Tag freihalten möchtest. Selbstverständlich sollst Du dann auch bei ihnen schlafen. [Weiterlesen →]
22. September 2008 Noch keine Kommentare
Mo 21.09.1931, Brief von Anneliese an Walter: “Es ist doch nicht recht, dass der eine soviel arbeiten muss und der andere hat so reichlich Vergnügen”
Poststempel: 18-19 Uhr.
Der Brief ist mit Schreibmaschine geschrieben.
Schwelm, den 21. September 1931.
Mein lieber Walter!
Nun habe ich gerade die Schreibmaschine bekommen und will Dir schnell Deinen lb. Brief beantworten, für den ich Dir recht herzlich danke. Also am Sonnabend willst Du kommen und dann soll feste gearbeitet werden. Wir freuen uns schon alle sehr auf Deinen Besuch, nur ich habe einen grossen Bammel, dass ich garzu viele Tippfehler mache und da hat mir Vater heute für eine Stunde die Maschine bewilligt, damit ich ein wenig üben kann. [Weiterlesen →]
21. September 2008 1 Kommentar
Sa 19.09.1931, Brief von Walter an Anneliese: “Heute ist meines Vaters Sterbetag”
Bochum d. 19. 9. 31.
Mein liebes Kind!
Es ist wirklich nett von Dir, daß Du mir 2 so nette Briefe geschrieben hast. [Brief 1, Brief 2] Sie waren die einzige vernünftige Lektüre für mich. Im Geiste habe ich Dir schon so oft geschrieben und bin fast beschämt, daß ich erst jetzt dazu komme. Viel Arbeit ist eigentlich keine rechte Entschuldigung für mich, denn schließlich soll man auch seine Erholung und etwas Schlaf für den Menschen opfern können, den allein man innig liebt. Insofern muß ich meine Schwäche einsehen. [Weiterlesen →]
19. September 2008 Noch keine Kommentare
Mi 16.09.1931, Brief von Anneliese an Walter: “mit was für scharfen Augen solch angehende Schwiegertöchter betrachtet werden”
Poststempel: 17.09., 7-8 Uhr
Schwelm, den 16. 9. 1931
Mein lieber Junge!
Gestatte nun, daß ich feststelle, daß ich doch eigentlich schrecklich nett bin, weil ich schon wieder einmal an Dich schreibe. Weil ich nun so garnichts von Dir gehört habe, nahm ich an, daß dies ein Zeichen von übereifriger Arbeit sein müsse, und deshalb will ich unerlaubterweise Dich durch diesen Brief etwas ablenken, darf ich? Als ich nun heute morgen in Felix gute traurige Augen sah, da wußte ich, daß ich Dir heute noch schreiben mußte, wenn ich auch von Dir garnicht einmal etwas hörte. Es ist doch gut, daß es auch Menschen gibt, denen man einmal Freude bereiten kann, denn sonst möchte ich wissen, wozu man auf der Welt wäre! [Weiterlesen →]
16. September 2008 1 Kommentar