Geschichte (nicht nur) einer Familie

77jahre

Di 14.03.1933: Französisches Visum

Französisches Transitvisum in Walter Galkas Reisepass

14. März 2010   Noch keine Kommentare

So 12.03.1933, Brief von Anneliese an ihre Eltern: “man kann ja nichts vorhersehen”

Poststempel: Chandler’s Ford 12 MR [?] 33

“Burleigh”, Hursley Road, Chandler’s Ford, Southampton

12. III. 1933.

Ihr Lieben,

ach ist das heute herrliches Wetter. Sommerkleider haben wir an und gehen ohne Mantel in den sonnigen Garten. Und alles blüht so schön. Ich wünschte nur, es wäre so schön wenn Walter hier ist! Heute in 3 Wochen werde ich also aller Voraussicht nach nach London fahren und Walter vom Zuge abholen. Am Dienstag abend werden wir dann hier in “Burleigh” eintreffen. Betty habe ich schon letzte Woche etwa in dem von Mutter vorgeschlagenen Sinne geschrieben.

MORE Vielleicht kommt sie garnicht nach all dem, was man hier in der Zeitung liest! Nun sagt einmal, wie ist es denn in Deutschland? Sieht es wirklich so schlimm dort aus, wie die Zeitungen es hier machen. Hier wartet man so ungefähr jeden Tag auf den Ausbruch eines Krieges in Europa – ich bin wirklich ziemlich unruhig. Und schickt mir doch bitte Zeitungen, ich warte sehr darauf. – Nun aber erst einmal herzl. Dank für Muttters lb. Brief. Aufs Logenbild freue ich mich, ist auf Trudchens garnichts zu sehen? Ich will mir diese Woche auch einen neuen Film kaufen. Vielleicht lasse ich mir hier Dauerwellen machen, bevor Walter kommt. Mein Haar sieht scheußlich aus und würde allerhand Ondulation haben müssen – ich bekomme es hier für 10,- M gemacht. Das Geld geht mir ja schwer ab, aber es muss sein. – Zu Frl. Seydlitz würde ich natürlich liebend gern einmal fahren!!

Ena und ich verstehen uns von Tag zu Tag besser, so ganz leicht wird’s nicht werden, wenn wir in ca. 5 Wochen ganz auseinandergehen müssen. Und Mr. Cox hofft auf ein Wunder, das mich zum Hierbleiben veranlasst. Und um Klein-Christopher haben sie schon richtig Angst, so würde der sich nach mir sehnen. Na, ist man nur alles halb so schlimm. Wie gehts denn bei Tölkes? Und was sagt der liebe Georg?

War Frau Wöinghaus da?

Sag doch Gerti bitte, daß ich vergessen habe, ihr auf ihre Frage zu antworten, ob sie nächsten Sommer (1934) als Haustochter nach hier kommen könne. Ena kann natürlich noch nichts Bestimmtes sagen. Gerti soll kurz vorher einmal anfragen. Ich glaube kaum, daß es was wird, denn Ena kann ja garnicht “ohne” sein. Aber immerhin, man kann ja nichts vorhersehen.

Wie gehts Emmi? Grüß sie herzlichst, dgl. Gerti und Leni und Mimi.

Am Freitag war ich in “Rom-Express“, sehr sehr guter Film, dann habe ich meine Uhr abgeholt (3,-) und meine Schuhe (2,-). Gestern wollte ich gerade mit Saubermachen anfangen, als Ena entdeckte, daß Mr. Cox seine Tennisschuhe vergessen hatte. Da bin ich ihm dann fix nachgefahren, war viel schöner als Reinemachen. Um 1h kam ich dann zurück und habe Ena einen großen Strauß Osterblumen (-,30 Pf.) mitgebracht. Möchtest Du auch einen? Natürlich gabs dann bis abends spät zu tun, nen Prachtkuchen habe ich gebacken.

Nun wollen wir eben mal eine Stunde Auto fahren.

Drum Schluß und herzl. Gruß

Eure Anneliese.

12. März 2010   Noch keine Kommentare

Do 09.03.1933, Brief von Anneliese an Walter: “I have not told my mother and I shall not now”

“Burleigh”, Hursley Road, Chandler’s Ford, Southampton

9. March 1933.

My dear Walter,

I have been wondering just now whether I should write this letter in English or German perhaps it’s better if I answer in English. I have been a little bit surprised after having read your letter but – never mind – we will see and let things get on and be happy, very happy that we shall be together again and for a long time. It is quite likely – by the way – that Betty will not be together with us in Paris.

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9. März 2010   Noch keine Kommentare

Di 07.03.1933: Reisepass von Walter Galka

7. März 2010   1 Kommentar

So 05.03.1933, Brief von Anneliese an ihre Eltern: “Wir haben die ganze Wohnung voller Osterblumen”

Poststempel: Chandler’s Ford, 6 [pm], 5 03 33

“Burleigh”, Hursley Road, Chandler’s Ford, Southampton

5. III. 1933.

Liebe Eltern,

heute hat die Bande mich nach dem Mittagessen alleine gelassen d. h. Christopher schläft und darum kann ich nicht in mein Zimmer und habe Euren Brief nicht zur Hand. Für Brief und Karte herzl. Dank. Ja, das war ein feiner Brief und wohl auch ein feiner Kaffee. Aufs Bild bin ich gespannt. – Ena wird nicht verreisen, es sind ja auch nur noch 4 Wochen bis der Walter kommt. Würdet Ihr dem Jungen wohl Georg-Pulver (kl. Schachtel oder mittelgroß), Schwarzkopf Haarpuder für blonde Haare u. Rheila Perlen mitgeben?

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5. März 2010   Noch keine Kommentare

Fr 03.03.1933, Foto aus der Schwelmer Loge


Auf der Rückseite:
Lotte Merten. Am 3. März 33 Loge Jahnsalon [?]

3. März 2010   Noch keine Kommentare