Geschichte (nicht nur) einer Familie

77jahre

Mi 08.02.1933, Bewerbung von Walter bei der Stadt Liebenwerda, mit Lebenslauf: “Im Juni 1923 mußte ich Bochum wegen der Unruhen durch die Franzosen verlassen”

Eingangsstempel: “Stadt Bad Liebenwerda (Eisenmoorbad) 11. Feb. 1933″
An den Magistrat
Bad Liebenwerda.

Bochum, den 8. 2. 33.

Bewerbung des Studienassessors Walter Galka um die Mittelschullehrerstelle an der Gehobenen Abteilung der Volksschule zu Bad Liebenwerda.

Ich beziehe mich auf Ihre Anzeige in der Pädagogischen Schwartzschen Vakanzen-Zeitung und gestatte mir, mich um die Stelle zu bewerben.

Wie aus meinen Zeugnissen hervorgeht, habe ich Mathematik, Naturwissenschaften, Philosophie und Leibesübungen studiert. Gegenwärtig bin ich am hiesigen Reformrealgymnasium unentgeltlich beschäftigt und leite außerdem ein Silentium von 30 Schülern (Sexta bis Untersekunda), in dem mir in der Hauptsache die Beaufsichtigung der Schularbeiten in Französisch, Englisch und Mathematik obliegt.

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8. Februar 2010   Noch keine Kommentare

Sa 04.02.1933, Brief von Anneliese an ihre Eltern: “Wenn’s doch nur gut gehen wollte!”

Poststempel: Chandler’s Ford, 6.15 PM, 5 FEB 33
“Burleigh”, Chandler’s Ford.
4. II. 1933

Meine lieben Eltern,

gestern abend (Freitag) bekam ich Mutters lb. Brief und danke herzl. dafür. Da wir morgen nachm. + abend Besuch bekommen, will ich heute gleich antworten. Ich bin heute den ganzen Tag alleine mit meinem kleinen Jungen gewesen. Nur 2 mal hat er sich vollgemacht und trotzdem ich schon perfekt im Saubermachen bin, habe ich ihn – allen englischen Erziehungsregeln zum Trotz – gehörig verwichst. Ich lasse auch Familie Cox ihr Kind erziehen, aber wenn er alleine mit mir ist hat er zu parieren – und tut’s auch. Er nimmt es einem garnicht einmal übel, wenn man ihn verhaut.

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4. Februar 2010   Noch keine Kommentare

Do 02.02.1933, Karte und Brief von Anneliese an Walter: “der Geschmack der beiden Nationen ist sehr verschieden”

Geburtstagskarte:

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2. Februar 2010   Noch keine Kommentare

Mo 30. / Di 31.01.1933, Brief von Anneliese an ihre Eltern: “Dann habe ich die Zeitung gelesen, die von vorne bis hinten ‘hitlert’”

Poststempel: Southampton, 1 Feb 1933, 1 PM

“Burleigh”, Hursley Road, Chandler’s Ford, Southampton 30. I. 1933.

Liebe Eltern,

heute abend will ich doch schon einmal anfangen, wenn auch nicht viel Zeit übrig geblieben ist. Ob es der Mutter wohl besser geht? Ich denke viel an Euch und hoffe bald viel zu hören. Ich hoffe stark, daß Muttel sich zu Bett gelegt hat und sich ganz auskuriert!!! Mr. Cox ist auch kurz vor dem Sterben, er hat es aber bis morgen aufgeschoben, weil heute abend Bridge gespielt wird. O, ist das ein Hampelmann!

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31. Januar 2010   Noch keine Kommentare

So 29.01.1933, Brief von Walter an Anneliese: “In Deutschland ist es ziemlich kalt”

Bochum, den 29. 1. 33.

Mein liebes Baby!

Deinen lieben Brief habe ich gestern mit recht herzlichem Dank empfangen und möchte Dir heute auch gleich antworten. Es tut mir wirklich leid, daß Du Dir den Finger geklemmt hast. Hoffentlich tut es nicht mehr so weh und wird bald wieder besser. Ist der Finger denn sehr dick? Schreib mal, wenn es geht, etwas darüber. Daß Du eine Nacht in London bleiben willst, beglückt mich geradezu.

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29. Januar 2010   1 Kommentar

Fr 27.01.1933, Postkarte von Anneliese an ihre Eltern: “Warum legst Du Dich denn nicht ins Bett”

Poststempel: Winchester, Hants., Jan 2?, 615 PM


Winchester, Entrance to Cathedral Close

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27. Januar 2010   Noch keine Kommentare